Ein kurzer Überblick über die Geschichte von Mölkky in Deutschland

2004 hatte Horst Neuhoff (Nürnberg) Mölkky in Finnland kennengelernt und hatte sofort die Idee, dieses Spiel auch in Deutschland zu etablieren. Im Mai 2006 gründete er dann zusammen mit Freunden und Kollegen die erste Spielgemeinschaft Deutschlands "Nürnbergin Pölkky Veikot" (NPV). Seither gibt es regelmäßige Spieltage in der Region. 2007 nahmen bereits zwei Teams der NPV an der Weltmeisterschaft in Lahti teil und im Zuge der großen Begeisterung wurde der Grundstein für die Deutsche Meisterschaft gelegt. Bei der ersten Deutschen Mölkky Meisterschaft (DMM), organisiert vom NPV und der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Nürnberg, 2008 in Nürnberg waren die teilnehmenden zehn Teams noch ganz unter sich. Um Mölkky richtig bekannt zu machen, waren 4 Teams aus Finnland angereist, die den NPV und den Start in Deutschland unterstützen wollten. Seit dem wird die DMM vom NPV und der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Nürnberg organisiert.

Im Jahr 2010 hat dann Horst Neuhoff das organisatorische Zepter an Michael Enzi jun. weitergereicht. Er hat nicht nur ein neues Turnier „Mittelfränkisches Mölkky Turnier“ (MMT) etabliert, sondern mit seinem Engagement viele angesteckt und ein Organisationsteam aufgebaut. Michael und Horst hatten auch die Gelegenheit, im Januar 2013 in einer der größten TV Live-Spielshows „Schlag den Raab“ Mölkky zu präsentieren. Dies war der erste echte Booster für Mölkky in Deutschland und hat das Spiel deutschlandweit bekannt gemacht.

Da Mitte 2013 Michael das Land verließ, übernahm Walter Aust die Organisation. Er stieß 2016 die Umwandlung der Spielgemeinschaft in den zweiten deutschen eingetragenen Verein an. Die DMM ist mittlerweile an die derzeitige Teilnehmergrenze von 80 Teams gestoßen und gilt als eine der beliebtesten Meisterschaften in Europa.
Der NPV hat bisher an unzähligen Meisterschaften im Ausland teilgenommen und war teilweise sehr erfolgreich. Bis zur Gründung eines Deutschen Dachverbandes vertritt der NPV Deutschland bei der Internationalen Mölkky Organisation.

Parallel zu Nürnberg/Fürth/Erlangen wurde 2010 der Bonner Mölkky Club (BMC) gegründet, der 2013 der erste deutsche eingetragenen Verein (BMC e.V.) wurde.
Michael Nierwetberg und seine Freunde besuchen seit der Clubgründung jedes Jahr die Deutsche Mölkky Meisterschaft mit mehreren Teams und sind mit ihrer guten Laune ein fester Bestandteil der DMM. Im Juni 2018 hatten Michael und Vera (beide BMC e.V.) die Gelegenheit, Mölkky erneut Vorschub in Deutschland zu leisten: sie präsentierten Mölkky in der TV Live-Spielshow “Schlag den Henssler”.
Das bekannteste Team des Vereins heißt „Mölkkallica“.

Es gibt nur wenige weitere feste Spielgemeinschaften, Vereine oder regelmäßige Turniere in Deutschland.
Zu nennen wären hier:

Mölkkolution(gegründet 2015 durch Oliver Lindenmayr, 
Er ist seit 2016 Mitglied im Vorstand der 
Internationalen Mölkky Organisation, IMO).
1. Mölkky-Club Köln e.V.(gegründet 2018)
Beachmölkky Meisterschaft
 in Hamburg
(seit 2013)
Mölkky-Turnier
in Erkelenz-Hetzerath
(seit 2016)
Fürther Beachmölkkyturnier (seit 2017)

Die meisten Teams und Spieler sind in keinen Vereinen organisiert, darunter auch das bisher erfolgreichste Team „Men O'Mölkk“ (existierte 2012 bis 2018; mehrfacher Gewinner der Deutschen, Slowakischen und Tschechischen Meisterschaften sowie des Mittelfränkischen Mölkky Turniers) und auch sehr beständige Teams, wie zum Beispiel „Stöckla Boum“ (seit 2009). Die Teammitglieder des am längsten bestehenden Team „Pistepirkot“ (gegründet 2008) sind allerdings auch alle Mitglieder des NPV e.V.

Warum gibt es so wenige Vereine und bis jetzt keinen Deutschen Verband?
Der Deutsche Verband ist in Arbeit, aber es benötigt seine Zeit. Die Gründe für die geringe Anzahl der Vereine dürften vielfältig sein. Obwohl es einige Tausend Mölkky-Begeisterte in Deutschland gibt, die mehr oder weniger regelmäßig in ihrer Freizeit Mölkky spielen, haben sich nur rund 100 Teams gebildet. Gesetzliche und steuerliche Auflagen, sowie kontinuierliche freiwillige Arbeit, für einen Verein mögen die größten Hindernisse sein. Fast alle kleinen und mittelgroßen Vereine in Deutschland leiden unter Mitgliederschwund und einige haben noch nicht einmal mehr einen Vorstand.

 
Sabine Lenz & Walter Aust